Yannick Mahé

 > Künstlerstatement

Ich lasse mich von der Anordnung der Farben und von großzügigen Pinselstrichen leiten. Ich lasse die Farbe fließen und greife dann ein, um ihren Verlauf zu bestimmen. Ich trete zurück, lasse meinen Blick die gesamte Oberfläche aufnehmen, erkenne die Stellen, die mich stören, und trage dort mit zwanghaften, instinktiven Gesten erneut Farbe auf. Ich lerne, der Nervosität des Pinsels zu widerstehen, die Oberfläche zu beruhigen und sie anschließend wieder aufzurauen, um das neu zu strukturieren, was zu glatt geworden ist. In meiner Malerei möchte ich mich ganz auf die Abstraktion einlassen und mich von jeder Bezugnahme auf die Wirklichkeit lösen. Die Malerei wird zu einem experimentellen Spielfeld: Ich folge meinen Impulsen für Farben und Gesten, lasse den Zufall zu und versuche zugleich, ihn zu beherrschen, um ein Gefühl von Gleichgewicht und Freude zu erreichen. Es geht auch darum, von sich selbst überrascht zu werden und etwas Wildes, Unerwartetes entstehen zu sehen. Meine Arbeit steht in der Tradition der Lyrischen Abstraktion. Die Werke von Willem de Kooning, Joan Mitchell, Per Kirkeby und Hans Hartung, um nur einige zu nennen, prägen meinen Blick und hinterlassen gewissermaßen ihre Spuren auf meinen Leinwänden.

Seit einiger Zeit experimentiere ich auch mit Pastell, einem Medium, das mich stärker einschränkt. Darin suche ich nach einer kalligrafischen Bildsprache, die Rhythmus entstehen lässt und die Bewegung wieder aufnimmt, die für meine großformatigen Acrylbilder wesentlich ist. So verbinden sich beide Techniken in einer dynamischen und ausgesprochen farbintensiven Arbeitsweise.

Im Gegensatz zu diesem sehr freien, abstrakten malerischen Ansatz sind meine Skulpturen einer figurativen Suche verpflichtet. Ausgangspunkt ist ein ausgedientes Werkzeug – aus dem Garten, dem Handwerk oder dem Heimwerkerbereich –, in dem ich eine Form entdecke, die „an etwas erinnert“, meist an ein Tier. Ausgehend von dieser ersten Intuition schneide ich, füge zusammen und ergänze das Fundstück mit weiteren Metallelementen, um das „Tier zum Leben zu erwecken“.